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Zeitmanagement

claudine_esseiva
Claudine Esseiva
Generalsekretärin FDP Frauen Schweiz
Foto: photopia.ch

Sich Zeit nehmen – für seine Familie, seine Freunde – für sich selber. Sich Zeit zu nehmen, hat bei erwerbstätigen Müttern eine ganz neue Bedeutung. Denn der Balanceakt zwischen Beruf, zivilgesellschaftlichen Engagements (in meinem Fall Politik), Familie und Freunden, gelingt nur, wenn frau echt gut ist, in „Sich Zeit nehmen“. Time-Managerinnen sind absolut Spitze im priorisieren und organisieren. Sie sind brutal effizient und wissen, wie und wann „Quality time“ einzusetzen ist. Eigentlich ist es ein Glück für jeden Arbeitgeber, wenn er arbeitnehmende Mütter hat, denn sie sind klar die effizientesten Bienchen, die man sich vorstellen kann.
Dies trifft jedenfalls bei mir zu. Mutter zu sein, hat mir geholfen, mich zu fokussieren und vor allem herauszufinden, wann ich mir wie viel Zeit für was oder wen nehme.
Ich hatte ein Aha-Erlebnis vor knapp zwei Jahren. Der Mittwoch ist mein Mamitag. Am Anfang habe ich mich ertappt, wie ich neben dem Kleinen wiegen, noch versucht habe, die Mails zu checken und Anrufe entgegen zu nehmen. Schnell musste ich feststellen – das klappt nicht. Weder werde ich dem Kleinen gerecht, noch meinem Arbeitgeber oder meine Freunden. Sich Zeit zu nehmen, heisst eben auch zu priorisieren und fokussieren.
Fazit: Am Mittwoch bin ich einfach für meinen Sohn da. Und da kann ich das Handy sogar mal zuhause lassen. Wir beiden geniessen die Zeit sehr, die Quality Time tut uns beiden gut. Ich bin motiviert, mit ihm Zeit zu verbringen und lasse mich nicht mit Hausarbeiten oder anderweitigen Tätigkeiten ablenken und er weiss, dass ich voll und ganz für ihn da bin. Und genau das ist ja auch laut den Pädagogen das wichtige – sich auf die Kinder einlassen. Und das muss eben nicht jeden Tag so sein. Ich beobachte auch, wie der Kleine sich dann auf den Papitag und die KITA freut. Und ich wieder auf meinen Berufsalltag.
Und „Sich Zeit nehmen“ gilt eben nicht nur für die Kinder. Sie gilt auch für meinen Mann. Denn im Alltag vergisst man leider schnell, sich auch wieder einmal um seinen Partner zu kümmern, sich füreinander zu interessieren. Das gelingt nur, wenn man sich exklusiv füreinander Zeit nimmt, wieder einmal wir früher zusammen Essen geht und über Gott und die Welt diskutiert.
Ganz wichtig ist dabei auch, sich für sich Zeit zu nehmen. Gerade wir Frauen vergessen im alltäglichen Wahnsinn der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft uns selber. Ich bin der festen Überzeugung, dass nur, wenn wir zu uns selber gut schauen, es unserem Umfeld gut geht. Als Liberale ist mir die Eigenverantwortung wichtig – und die vergessen wir Frauen leider oft. Darum sind gute Freundschaften, ein spannender Job und auch die Zeit einfach mal wieder etwas für sich zu machen, der Grundstein für ein gutes Leben.
Darum ein Hoch auf das „Sich Zeit nehmen“ für sich, für die Familie, den Job und die Freunde – damit wir unser Leben selbstbestimmt und glücklich leben können.

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Reto
Gast
Reto

Wahre Worte einer scheinbar erfolgreichen Mutter & Managerin in einer Welt wo Aktionen wie „sich Zeit nehmen“ und „sich für den Partner interessieren“ nicht immer genügend Achtung geschenkt wird, bravo!

Grüsse & weiterhin viel Erfolg