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Fernweh

Das Jahr hat begonnen, es ist Winter. Für mich heisst das, höchste Zeit, mir Gedanken zu machen, wo es in nächster Zeit in die Ferien hingehen soll. Man kann sich im Netz schlau machen oder so wie ich an die Ferienmesse pilgern, die noch bis Sonntag in der BERN Expo ihre Tore geöffnet hat und sich bei den vielen Ausstellern informieren.
Ich war noch nie auf einer Kreuzfahrt, also habe ich mich entschlossen, mich darauf zu fokussieren. Aber wenn ich schon eine Kreuzfahrt mache, dann muss es schon etwas Spezielles sein. Darum treffe ich Hans Kaufmann, den Schweizer Pionier der Flusskreuzfahrten und danach noch Nik Eugster, CEO von der Rock & Blues Cruise.

Interview Hans Kaufmann Thurgau Travel

Wenn ich an Flusskreuzfahrt denke, dann kommt mir zwangsläufig der Film „Mord auf dem Nil“ mit dem legendären Peter Ustinov in den Sinn. Was sind die Gemeinsamkeiten der realen Flusskreuzfahrt mit dieser Vorstellung?

Hans Kaufmann: Dieses Schiff ist ein Nostalgieschiff, ein solch ähnliches Modell gibt es bei unserer Flusskreuzfahrt in Burma. Ansonsten hat es eine unglaubliche Entwicklung gegeben, was den Komfort dieser Schiffe anbelangt. Die USA haben eine Vorreiter-Rolle gespielt, sie haben in Europa Schiffe gebaut und diese Reisen den Amerikanern verkauft. Dies gab einen unheimlichen Drive in diese Branche.

Was sind die Haupt-Unterschiede zwischen einer Kreuzfahrt auf dem Meer und einer Flusskreuzfahrt?

Hans Kaufmann: Vor allem die Gesamtatmosphäre. Auf einem Kreuzfahrtschiff haben bis zu 5000 Leute Platz, es wird gestaffelt gegessen, während auf der Flussfahrt 80-200 Leute Platz haben. Das Ganze ist familiärer. Und natürlich sind die Flussufer belebter, man kann immer etwas beobachten während man fährt, auf dem Kreuzfahrtschiff sieht man oftmals nur die Weite des Meeres.

Was ist die Zielgruppe?

Hans Kaufmann: Es kommt auf die Destination drauf an. Wir haben Adventsfahrten, die via Basel-Strasbourg-Basel eine schöne Rundreise bieten und wo verschiedene Weihnachtsmärkte besucht werden. Bei solchen Happenings buchen ganze Familien allen Alters. Bei den übrigen Fahrten in Portugal, Tschechien, Indien, ist die Klientel eher ab 45 Jahren anzusiedeln.

Wie muss ich mir den Job vorstellen, neue Destinationen, Flüsse und Routen zu erforschen und zu akquirieren?

Hans Kaufmann: Vieles ist schon erkundet. Ich schaue auf Google Earth, wo es mir gefällt. So wurde ich auf eine Route in Tschechien aufmerksam. Diese war auf der Flusskarte nicht eingezeichnet, das habe ich selber entdeckt. Dadurch dass es Schleusen hat, ist der Wasserstand zu keiner Jahreszeit ein Problem, somit kann ich die Reise das ganze Jahr anbieten. Es gibt aber auch Länder, wo nicht der Wasserstand, sondern die Bürokratie einem einen Strich durch die Rechnung macht.

Thurgau Travel feiert das 15-jährige Jubiläum, hat über 70 Flussreisen auf 45 Gewässern mit 50 Schiffen in 25 Ländern.

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Hans Kaufmann hat über 50 Jahre Erfahrung in der Reisebranche.

 

Interview Nik Eugster Rock & Blues Cruise

Kreuzfahrten werden immer beliebter. Ein Imagewechsel ist erfolgt, auch junge Leute buchen heute gerne Kreuzfahrten, auch weil sie erschwinglicher geworden sind. Schlägt sich dieses Phänomen auch bei der Rock’n’Blues Cruise nieder?

Nik Eugster: Ich denke, es ist gerade umgekehrt. Die Rock’n’Blues Cruise hat sicherlich eine Vorreiter-Rolle gespielt. Als diese vor 10 Jahren in See stach, kamen viele Leute mit, weil sie die Organisatoren kannten, obwohl sie sonst nie eine Kreuzfahrt gebucht hätten.

Wie schwierig ist es, Künstler für eine ganze Woche zu buchen?

Nik Eugster: Das ist unterschiedlich. Bei den Schweizer Künstlern ist es wie ein Klassentreffen, die freuen sich, dabei zu sein und mit ihnen kann man auch persönlich Kontakt aufnehmen, während man bei internationalen Künstlern nur mit dem Management verhandelt. Dort muss man alles extrem gut erklären und das Management kann sie halt dann eine Woche lang nicht verbuchen, wenn sie unterwegs sind. Das ist nicht immer einfach.

Das Motto der Rock & Blues Cruise ist im Herbst 2018 „new Horizons“. Es werden viele Neuerungen versprochen. Kannst du mir hier exklusiv schon etwas verraten, worauf sich der Gast freuen kann?

Nik Eugster: Ja, es wird ein neues Bühnenkonzept geben. Des Weiteren sind wir immer bestrebt, besondere Situationen hinzubringen, Momente die man nur auf der Rock’n’Blues Cruise erleben kann. Künstler-Duette, die es in dieser Konstellation noch nicht gab oder Marc Sway, der auch ein DJ Set machen wird. Wir haben auch etwas jüngere Künstler am Start, damit wir etwas jüngere Gäste an Bord begrüssen dürfen. Dann haben wir auch die Route geändert. Neu fahren wir zur Trenddestination Kotor in Montenegro, ein absolutes Highlight der Reise, dann nach Santorini und Rhodos in Griechenland und last but not least noch ein Halt in Zadar Kroatien, bevor es wieder nach Venedig geht.

Wieso gibt es erst im 2018 wieder eine Rock & Blues Cruise?

Nik Eugster: Wir haben extrem viele Repeater, die immer immer kommen. Diese können wir mit dem 2-Jahrestakt besser binden. Auch die Künstler können sich nicht jedes Jahr frei machen. Die Blindbuchungen (ohne Line-up zu kennen) sind schon jetzt enorm, wir freuen uns auf die nächste Ausgabe.

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Nik Eugster betreut Kunden an seinem Stand an der Ferienmesse.

Na, schon gluschtig gemacht? Aber es wollen ja nicht alle a) noch so lange warten, bis sie in die Ferien können und b) manchmal ist so ein Weekendtrip auch ganz nett. Darum habe ich in guter Berner Manier noch Corinne Gränicher, Marketingverantwortliche vom Flughafen Bern getroffen.

Interview Corinne Gränicher Flughafen Bern

Das Aviatik-Business ist ein hartes Pflaster. Wie hebt sich ein kleiner Flughafen wie der in Bern von der Konkurrenz ab?

Corinne Gränicher: Wir haben extrem kurze Check-in Zeiten (20 Minuten für Linienflüge und 45 Minuten für Charterflüge), ein günstiges Parking und eine coole Businesslounge. In der heutigen Zeit ist es dem Kunden wichtig, schnell und effizient von A nach B zu reisen.

Wohin kann ich fliegen, wenn ich nur mal schnell weg will und im Bernbiet wohne?

Corinne Gränicher: Die Frequenz der Flüge nach Amsterdam wird von aktuell 3x die Woche auf 4x pro Woche erhöht und London City wird neu wieder direkt angeflogen, ohne Zwischenstopp in Basel.

Und auf welche trendy Destinationen kann man sich sonst noch freuen?

Corinne Gränicher: SkyWork Airlines und Helvetic Airways werden unter anderem folgende Inseln anfliegen: Im Mittelmeer, Elba, Korsika und Sardinien. Dann Sylt und Usedom und die Kanalinsel Jersey. Und wer diese Destinationen noch nicht kennt, kann hier noch für die meisten Destinationen einen gratis-Reiseführer runterladen und ausdrucken.
Viel Spass!

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Corinne Gränicher ist für die BesucherInnen bis am Sonntag an der Ferienmesse als Ansprechsperson vor Ort.

Danke, ich weiss nun, was ich zu tun habe. Die Adventsflussreise habe ich bereits gebucht und werde meine Erfahrungen sicherlich mit euch teilen. An alle, die am Wochenende noch keinen Plan haben, lohnt sicherlich ein Besuch an die Ferienmesse.

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Aline
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Aline

Bern- London City! Sehr cool!