Vom Insulinpumpen-Pionier bis zur KI-Robotik: Wie der Prix Suisse 2025 Unternehmergeist feiert
Am Samstag, 8. November 2025, versammelten sich Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur im Kursaal Bern, um den Prix Suisse 2025 zu feiern. Der jährlich in den genannten Kategorien verliehene Preis brachte mit Peter Spuhler (Wirtschaft), Martine Clozel (Wissenschaft), Marco Odermatt (Sport) und Büne Huber (Kultur) einen illustren Kreis von Gewinnern hervor. Der Preis wird von der Initiative Schweiz vergeben, die herausragende Leistungen und Innovationen in der Schweiz fördert.


Eine nicht prämierte Gewinnerin dieses Abends war zweifellos Sandra Studer. Die begnadete Moderatorin und Sängerin bewies zum Einstieg mit ihrer ESC-Hymne Made in Switzerland, weshalb derzeit kein Anlass von Rang und Namen ohne sie auskommt.

Amal Clooney – tiefgründig, nobel, inspirierend
Star des Abends war Amal Clooney, Menschenrechtsaktivistin, Anwältin und Ehefrau der Hollywood-Legende George Clooney. Beim Fireside-Chat erzählte sie von ihrem beeindruckenden Werdegang: im Libanon geboren, über England in die USA, wo sie zunächst im Privatsektor arbeitete. Ein Fall von rassistischer Polizeiarbeit bewog sie, ihren Karrierepfad zu verlassen und sich am Gerichtshof für Menschenrechte in Den Haag fortan für die Schwächsten der Gesellschaft einzusetzen.
Sie berichtete von Völkerrechtsverletzungen im Sudan bis zu Konflikten, die noch heute nachhallen. Dabei machte sie deutlich: Menschen ohne Macht sind oft die mutigsten – und ihr Antrieb ist es, diesen Menschen eine Stimme und rechtlichen Beistand zu geben. Mit der Clooney Foundation stellt sie Frauen, Mädchen und Journalisten weltweit Rechtsbeistand kostenlos zur Verfügung.
Am Ende setzte sie sich an den Gastgebertisch. Zusammen mit einer Kollegin gesellte ich mich kurz zu ihr, um ihr unseren Respekt zu zollen und – weil Interviews nicht erlaubt waren – ein Selfie zu knipsen. Ein Moment, der ihre Herzlichkeit und Bodenständigkeit unterstrich.

Statements zur Zukunft der Schweiz
In der Runde Future of Switzerland trugen Roberta Reale, Ivan Hechler und Sarah Aduse ihre Gedanken zu Bildung, Transparenz und gesellschaftlicher Verantwortung vor. Reale sprach leidenschaftlich über die Bedeutung von Bildung für die Zukunft, Hechler stellte seine Plattform Facts for Switzerlandvor, die komplexe statistische Daten verständlich aufbereitet und so Entscheidungsgrundlagen bietet, und Aduse machte auf die Notwendigkeit von Kontrollmechanismen bei sensiblen gesellschaftlichen Themen wie Genitalverstümmelung aufmerksam. Maja Riniker, Nationalratspräsidentin, reagierte im Anschluss auf die Statements und verband sie mit politischen Perspektiven und gesellschaftlicher Verantwortung.

Technologie & „What’s Next?“
Professor Roland Siegwart von der ETH Zürich erklärte, wie humanoide Roboter und KI zunehmend gefährliche Arbeiten für Menschen übernehmen: vierbeinige Systeme für Offshore-Messungen oder komplex bewegliche Roboter für riskante Tätigkeiten. Technologie mit Sinn – praxisnah und verantwortungsbewusst.

Prix Suisse-Award: Willy Michel gerührt
Die Laudatio für die Award-Übergabe hielt Bundesrat Albert Rösti, der die Bedeutung einer freien und innovativen Schweizer Unternehmenskultur betonte und auf die Abstimmung am 30. November hinwies.
Willy Michel, Gründer der Medizintechnikfirmen Disetronic und Ypsomed, wurde durch seine Pionierarbeit mit Insulinpumpen international bekannt und zählt heute zu den erfolgreichsten Unternehmern der Schweiz. Er nahm den Preis sichtlich gerührt entgegen und würdigte dabei besonders seine Familie und seine Mitarbeiter, die diesen Erfolg ebenso mittragen.

Networking & Ausklang
Zum Abschluss konnten die Gäste beim Dessert- und Käsebuffet von Rolf Mürner und Jumi Bern noch einmal entspannen, Ideen austauschen und Kontakte vertiefen. Der Abend endete so angenehm, wie er begonnen hatte – mit Lachen, anregenden Gesprächen und exzellentem Essen.
Der Prix Suisse 2025 zeigte einmal mehr: Bildung, Innovation und Unternehmertum leben von Mut, Haltung und Purpose – Werte, die die Schweiz auszeichnen und auf die wir stolz sein können.



