Der Bregenzerwald – viel Natur, gute Luft und Berge
Bregenzerwald – Höhenwege, Dörfer und ein System aus Perspektiven
Der Bregenzerwald liegt im österreichischen Vorarlberg, etwas abseits der Stadt Bregenz am Bodensee. Trotz des ähnlichen Namens gehört die Region touristisch nicht zu Bregenz und wird auch nicht als Teil der Stadt vermarktet, sondern ist eine eigenständige alpine Ferienregion mit eigenen Orten, Tälern und Strukturen. Wer hierherkommt, bewegt sich nicht in einem städtischen Umland, sondern in einer klar abgegrenzten Berglandschaft.
Bregenz bedeutet See, Stadt und Kultur. Bregenzerwald bedeutet Berge, Dörfer und Bewegung in der Höhe. Damüls, Mellau, Bezau oder Schoppernau sind eigenständige Orte mit eigenem Rhythmus.
Damüls – oben angekommen im Bregenzerwald
Damüls liegt hoch in der Region und wirkt sofort wie ein Übergang in eine andere Landschaftsebene. Im Winter ist es Teil eines grossen Skigebiets, im Sommer wird es zu einer klassischen Wander- und Höhenregion mit offenen Almen, Kämmen und weitläufigen Blicken. Die Struktur hier ist klar: Man bewegt sich nicht „durch einen Ort“, sondern durch Höhenlagen. Ausgangspunkt unseres Aufenthalts war das Hotel Alpenstern, das typisch für diese Höhenlage ist – ruhig, panoramisch und direkt in die Bergstruktur eingebettet. Das Hotel ist ein Bijou und ist im Bereich Kulinarik, wie Gastfreundschaft eine glatte 10. Die Zimmer sind grosszügig und modern gestaltet. Wir konnten hier richtig toll runterfahren.




Die Gästekarte – das unterschätzte System der Region
Ein entscheidender Vorteil im Bregenzerwald ist die Gäste-Card Bregenzerwald & Grosses Walsertal. Sie wird im Sommer ab drei Übernachtungen (je nach Unterkunft) kostenlos abgegeben und gilt meist von Mai bis Oktober. Damit lassen sich Bergbahnen, Busse und teilweise auch Freibäder in der gesamten Region nutzen, dies ist vor allem für Familien ein grosser Vorteil. In einer Gegend, in der einzelne Bergfahrten schnell teuer werden, verändert diese Karte die Art, wie man sich bewegt: Statt einzelne Ziele zu planen, kombiniert man Höhenlagen, Täler und Gipfel frei miteinander.

Das „Land der Schaukeln“ – wenn die Landschaft zum Sitzplatz wird
Eines der auffälligsten Projekte rund um Damüls ist das sogenannte „Land der Schaukeln“. Dabei handelt es sich um mehrere Holzschaukeln („Hutschn“), die bewusst in der Landschaft platziert wurden – an Aussichtspunkten, Kämmen und Übergängen. Sie sind Teil eines regionalen Projekts im Bregenzerwald und Grossen Walsertal, umgesetzt von den lokalen Tourismusorganisationen. Die Idee ist einfach: nicht nur schauen, sondern sich hineinsetzen. Die Landschaft wird nicht nur betrachtet, sondern körperlich erlebt – durch Bewegung, Höhe und Perspektivwechsel.

Sieben-Hügel-Wanderung – wenn Orientierung plötzlich zweitrangig wird
Die Sieben-Hügel-Wanderung in Damüls ist eigentlich als klarer Panorama-Rundweg gedacht. In der Realität ist sie eher ein System aus Übergängen zwischen Hügeln, Wiesen und Aussichtspunkten. An diesem Tag hat sich die Route allerdings anders entwickelt als geplant. Statt der klassischen Linienführung ging es weiter hinauf in Richtung Portlahorn. Durch den späten Schneefall der Vorwoche lagen in höheren Lagen noch Schneefelder, wodurch die Wanderung stellenweise in eine Mischung aus Sommer- und Winterlandschaft überging. Die Orientierung wurde dabei nebensächlich – die Aussicht nicht.

Diedamskopf – 300 Gipfel auf einen Blick
Ein weiterer zentraler Punkt der Region ist der Diedamskopf. Mit der Gondel geht es von Schoppernau zur Bergstation, von dort in wenigen Minuten weiter zum Gipfelkreuz. Oben öffnet sich ein Panorama über mehr als 300 Gipfel. Bei klarer Sicht sieht man sogar den Säntis in der Schweiz – und ja, er war an diesem Tag tatsächlich sichtbar. Der Abstieg zur Mittelstation dauert rund 45 Minuten und ist ein durchgehender Panoramaweg. Die Landschaft verändert sich dabei ständig: alpine Felsen, Wiesen, Wälder und Täler wechseln sich in klaren Schichten ab.


Wasser und kleine Seen – die leisen Fixpunkte der Berge
Der Bregenzerwald wirkt auf den ersten Blick stark von Bergen geprägt, aber Wasser spielt eine ebenso wichtige Rolle in der Struktur der Landschaft. Ein Beispiel ist der Seewaldsee in Fontanella im angrenzenden Grossen Walsertal. Er liegt eingebettet in einer Mulde und ist ein klassischer alpiner Bergsee – kein touristisches Zentrum, sondern ein ruhiger Orientierungspunkt in der Landschaft.

Fazit
Übrigens: Damüls klingt nicht nur nach einem typischen Bergdorf – der Ort erzählt auch eine spannende Walser-Geschichte. Die Walser brachten ihre alpine Kultur einst aus dem Wallis in viele Regionen der Alpen und prägen bis heute Orte wie Damüls. Und das Schönste: Dieses kleine Bergparadies liegt erstaunlich nah und ist von der Schweiz aus schnell erreichbar. Es ist ein Erholungsgebiet, welches sich als Familiendestination oder als Paarurlaub super eignet. Ein Urlaub in einer Region, die so viel Natur und Schönheit zu bieten hat und in welcher wir super abschalten konnten, viele Wanderungen unternahmen und das grossartige Wellnessangebot nutzten. Ich komme wieder!



