Immer die alte Leier…

Freude herrscht, es ist wieder einmal soweit. Unsere Volksvertreter oder liebevoll Parlamentarier genannt, haben sich zur Session getroffen und diskutieren über unsere Zukunft. Fazit: Alles wird teurer für uns, aber wir nehmen es hin, denn unser Wohlstand hat halt seinen Preis. Die Sicherheit des Erfolgsmodells Schweiz zu gewährleisten, gilt es mit allen Mitteln zu verteidigen. Ganz ehrlich, ich bin es leid, immer die gleichen Argumente zu hören, aber keine kreativen Lösungen. Schön wäre es, wenn sich das Parlament eine coole PR-Firma suchen würde, die neue Argumente kreiert und diese auch in glaubwürdige Slogans verpackt. Und lustig sollten sie auch noch sein, denn wir haben ja sonst nicht mehr viel zu lachen. Das Rentenalter der Frauen wird auf 65 Jahre angehoben. So etwas Unsinniges habe ich  schon lange nicht mehr gehört. Die meisten Schweizer BürgerInnen haben ab 50, spätestens ab 55 Jahren, grosse Mühe auf dem Arbeitsmarkt, einen Job zu finden. Also, was soll diese Massnahme denn konkret bringen? Dass alte Leute länger auf dem Sozialamt verbringen, bis sie regulär pensioniert werden? Oder liebäugeln unsere Parlamentarier damit, dass der rechtschaffene Schweizer Bürger aus Scham die letzten Jahre vor seiner Pensionierung aus der eigenen Sparbüchse lebt? Das zweite Argument, welches ich nicht mehr hören kann ist folgendes: Die Leute werden immer älter. Liebe Parlamentarier, wahrscheinlich kennen wir nicht die gleichen Leute. Denn seit Jahrzehnten werden die Leute in meinem Umfeld mehr oder weniger gleich alt. Es wäre schon beruhigend zu wissen, dass ich mich im Irrglauben befinde und meine Umgebung der Stichprobenfehler der Schweiz ist. Auch die Zahlen, welche das Bundesamt für Statistik liefert, sind alles andere als beängstigend: Okay, es gibt 4% mehr 100-jährige. Diese 1300 Personen durchzufüttern, sollte ja nicht ein Problem darstellen. Ich sehe aber keine Statistik, die alle u65-jährigen zusammenfasst, welche immer AHV gezahlt haben und vor der Pensionierung das Zeitliche segnen. Und einen Trend bezüglich zukünftiger Lebenserwartung zu stellen, scheint mir doch etwas hoch gepokert, da kann man grad so gut Mike Shiva nach der Prognose fragen. Zum Problem, dass bald die geburtenstarken Jahrgänge pensioniert werden, gebe ich folgenden Ratschlag. Macht das nicht zu unserem Problem, sondern sorgt endlich dafür, dass die Leute in einem der familienunfreundlichsten Länder von Europa wieder einen Grund haben, geburtenstarke Jahrgänge zu produzieren!